Artgerechtes Futter

Die richtige Fütterung der Hamster ist sehr komplex. Es ist wichtig, dass zwischen Futter für Goldhamster und Zwerghamster unterschieden wird. Denn die Arten haben jeweils andere Ansprüche an die Zusammensetzung.


Körnerfutter wird im Gehege verteilt, das dient der Beschäftigung und dem natürlichen Instinkt der Futtersuche - keine Sorge, der Hamster erschnuppert wirklich jedes noch so kleine Körnchen, dass im Streu liegt.


Warum ist nicht jede Körnermischung geeignet?

In vielen im Handel angebotenen Mischungen sind Melasse, tierische Nebenerzeugnisse, und Farbstoffe zu finden. Es handelt sich um vitaminentleertes Futter, welches künstlich wieder hinzugefügt wird und von dem Tier nur schlecht resorbiert werden kann. Man bekommt ein billiges Futter mit breiter Gewinnspanne für die Firmen. Das kann nicht gesund sein.


Wie erkenne ich gutes Futter?

Artgerechte Futtermischungen enthalten keine künstlichen Zusätze, keine Nebenerzeugnisse, zugesetzte Öle oder Fette. Es besteht aus Sämereien, die in speziell gewählten Mischverhältnissen perfekt auf den Organismus abgestimmt sind und weder Über- noch Untergewicht und Mangelerscheinungen verursachen. Hochwertige Futtermischungen geben stets das Mischverhältnis von Öl- zu Mehlsaaten an und haben eine unmissverständliche, genaue Inhaltsangabe und sind auf die verschiedenen Hamsterarten spezialisiert.


Was ist die richtige Futtermenge?

Hamster benötigend genügend Futter, damit sie sich einen Bunker anlegen können. Gelingt dies nicht, führt es instinktiv zu Stress, denn er ist für "schlechte Zeiten" nicht versorgt. 

Dem Zwerghamster sollte täglich 1-2 TL im Gehege verteilt werden. 

Dem Goldhamster sollte täglich 1-2 EL im Gehege verteilt werden.

Der Futterbunker sollte nur bei starker Verunreinigung gereinigt werden. An ihm haftet der Duft des Backentaschensekrets, mit die Hamster den Bunker als '"meins" markiert haben. Ein Austauschen des Bunkers merken die Hamster sofort.


Warum ist Frischfutter wichtig?

Regelmäßige Frischfuttergaben sind für Hamster wichtig, um ausreichend mit Vitaminen versorgt zu sein. Es sollte lediglich die Menge angeboten werden,  die der Hamster an einem Tag fressen kann. Wenn es gebunkert wird, besteht Schimmelgefahr. Lebt der Hamster unterirdisch und der Bunker ist schlecht erreichbar, kann das Frischfutter in ganz kleine Würfelstücke geschnitten werden, damit es eintrocknet anstatt zu schimmeln. Täglich können 2-3 aber nicht mehr als 5 verschieden Sorten an Frischfutter angeboten werden.


Welche Art hat welche Ansprüche an das Futter?

Goldhamsterfutter

Goldhamster lebten ursprünglich an Feldrändern und Ackerlandschaften in der Region Aleppos - der Körper ist an energiereiche Kost angepasst, hat robuste Insulinzellen und kann auch mal gelegentlich ein Stück Obst gut verwerten 

  • die Saatenmischung sollte abwechslungsreich sein und lediglich aus natürlichen Saaten und Körnern bestehen - auf Flocken und gepufftes ist zu verzichten, durch die Verarbeitung gehen Vitalstoffe  zugrunde
  • Frischfutter kann täglich oder alle 2-3 Tage angeboten werden: geeignetes Gemüse, 1-2 mal pro Woche ein kleines Stück geeignetes Obst und geeignete (Wild-)kräuter können angeboten werden 
  • getrocknete Blüten und Blätter können nach Belieben im Gehege verteilt werden


Zwerghamsterfutter

Zwerghamster (Dsungaren, Campbells und Hybriden) kommen ursprünglich aus kargen Regionen Zentralasiens - der Körper ist genetisch bedingt an die Kargheit angepasst, sie haben weniger robuste Insulinzellen und neigen stark zu Diabetes, weshalb besonders auf eine artspezifische Fütterung geachtet werden muss

  • die Körnermischung sollte aus einer speziellen Zusammensetzung von Kleinsämereien bestehen
  • Frischfutter kann täglich oder alle 2-3 Tage angeboten werden - geeignetes, fruchtzuckerarmes Gemüse und (Wild-)Kräuter können angeboten werden
  • getrocknete Blüten und Blätter können im Gehege verteilt werden, solange der Hamster Normalgewicht hat


Roborowski Zwerghamster stammen ursprünglich aus Wüstenregionen und sind daher stark gefährdet an einer Lipomatose (Zunahme an Fettgewebe) zu erkranken

  • die Körnermischung sollte aus einem anderen Mischverhältnis bestehen, als die der anderen Arten, um Lipomatose zu vermeiden
  • Frischfutter kann täglich oder alle 2-3 Tage angeboten werden - geeignetes, fruchtzuckerarmes Gemüse und (Wild-)Kräuter können angeboten werden
  • getrocknete Blüten und Blätter können im Gehege verteilt werden, solange der Hamster Normalgewicht hat


Tierisches Eiweiß - zwingend notwendig?

Hamster sind Mischköstler und bleiben in ihrem natürlichen Lebensraum gesund, weil sie sich überwiegend von pflanzlicher Kost ernähren, welche nur gelegentlich durch Insekten ergänzt wird.

Das Problem in der Hamsterhaltung ist, dass er i.d.R. einem Überangebot an Körnerfutter und tierischem Eiweiß ausgeliefert ist. Da alleine schon die Ölsaaten der Körnermischungen sehr calcium- und proteinhaltig sind, sind die oft bereits untergemischten Insekten in Hauptfuttermischungen viel zu viel. Die Folge sind Übergewicht, denn gesättigte Fettsäuren (welche in tierischer Kost enthalten sind) machen dick.

Gammarus, Fische uä. gehören nicht in den Speiseplan eines Hamsters, da sie viel zu natriumhaltig sind und langfristig zu Nierenschädigungen führen können.

Daher tierisches Eiweiß nur sehr selten, nicht öfter als 1 Stück 1-3 mal pro Woche verfüttern.

Erlebnisfutter

Erlebnisfutter sollte in jedem Gehege vorhanden sein. Es bereichert das Hamsterleben sehr, denn es bietet Abwechslung, natürliche Beschäftigung und die Möglichkeit instinktives Verhalten durch das Abernten der Körnchen auszuleben. Erlebnisfutter sind z.B. Ähren, Kolben, Äste, Sonnenblumenköpfe, Gräser uvm. 

Goldhamster haben unter dem geeigneten Erlebnisfutter freie Wahl. Lediglich Maiskolben und Sonnenblumenköpfe sollten in kleineren Mengen verfüttert werden.

Zwerghamster dürfen aufgrund der Diabetesgefahr keine Getreideähren, Mais(flocken), Erbsen(flocken) und nur sehr sparsam Hirseähren bekommen. Sehr übergewichtige Zwerge sollten lediglich Flachs als Erlebnisfutter bekommen, dieser ist bei Zwergen glücklicherweise sowieso am Beliebtesten.

Alle Hamster dürfen und sollten sich über Löwenzahnwurzeln erfreuen. Sie sind besonders beliebt zum Knabbern, nutzen die Zähne ab und wirken sich durch das enthaltene Inulin zudem positiv auf die Darmgesundheit aus. 

Blätter, Blüten und Kräuter

Sie sind eine Bereicherung für das Gehege, dienen als Abwechslung, schmackhaften Knabberspaß und haben ganz nebenbei auch noch Vorteile für den Organismus. Sie liefern Vitamine und Mineralstoffe. Aber Achtung: bei einer Erkrankung stößt auch die förderlichste Heilpflanze an ihre Grenze!

Besonders zu empfehlen sind: Spitzwegerich, Breitwegerich, Löwenzahnblätter, Ringelblumen (besonders Blütenkorb und Stängel)


Leckerchen

Weil es ganz ohne Snacks ja doch nicht geht, dürfen auch Hamster ab und an einen Snack bekommen - allerdings sollte dieser mit bedacht gewählt werden.

Leckerlies aus dem Zoohandel wie Joghurtdrops, Knabberstangen und andere hoch verarbeitete Snacks enthalten oft Zucker, sind für Hamster ungeeignet und ohne besonderen Mehrwert. 

Das Verlangen nach immer neuen, immer mehr und ausgefallenen Sachen ist menschlich, Tiere verspüren das nicht. Es liegt in unserer Verantwortung, ihren Speiseplan gesund und artgerecht zu gestalten, dazu zählen auch die gelegentlichen Leckerlies.

Setze auf natürliche Snacks, die bei Hamstern keineswegs weniger beliebt sind und gleichzeitig auch noch wertvolle Mineralien und Spurenelemente liefern.

Für Goldhamster geeignet sind z.B. Kürbiskerne, Erdnüsse, Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Haselnusskerne, selten zuckerfreie getrocknete Apfel- oder Bananenchips

Für Zwerghamster geeignet sind z.B. Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Gurkenkerne, Pinienkerne, Hanfkörner 

 
 
 
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