Grundausstattung eines Hamstergeheges
Ein gut eingerichtetes Gehege bietet Sicherheit, Beschäftigung und Rückzugsmöglichkeiten. Es orientiert sich an den natürlichen Lebensgewohnheiten eines Hamsters - so kann er graben, laufen und sich wohlfühlen.
Das Mehrkammernhaus
- Naturnah - ahmt den unterirdischen Bau in freier Wildbahn nach
- Mindestens 2 Kammern - eigene Kammern zum Schlafen, Vorräte anlegen und als Toilette
- Mehrere Eingänge - bieten sichere Fluchtwege, verringern Stress (kein Muss, zur Not buddeln sie sich selbst einen weiteren Eingang)
- bodenlos - verhindert Feuchtigkeits- und Schimmelbildung, Gänge können direkt vom Haus nach unten selbst angelegt werden
- abnehmbares Dach - zur störungsfreien Nestkontrolle
- es muss auf Stelzen stehen, um nicht unterbuddelt werden zu können
- mit "Spielzeuglack" kann man das Haus "versiegeln" und es vor hartnäckigen Urinspuren schützen
- Größe muss der Hamsterart entsprechend angepasst sein
Laufrad
- ein Laufrad kann niemals ersetzt werden - Hamster haben einen sehr hohen Bewegungsdrang, in freier Wildbahn legen sie durchschnittlich 10km pro Nacht zurück
- ein Laufrad ist kein "Spielzeug" - sonder ein lebenswichtiges Grundbedürfnis - große Gehege ersetzen KEIN Laufrad
- richtige Größe - Zwerghamster mind. 25cm - Goldhamster mind. 30cm - bei zu kleinen Laufrädern entstehen Rückenschmerzen, -verkrümmungen durch falsche Haltung beim Laufen
- Lauffläche und Rückseite müssen geschlossen sein - um Verletzungen zu vermeiden
- Profil der Lauffläche muss eben sein, keine Sprossen - diese sind gefährlich und schmerzhaft beim Laufen
- Laufrad sollte im Gehege auf einer Ebene stehen
- geeignetes Material - Holz oder nicht splitterndes Plastik - KEIN Nadelholz
- Goldhamster vermitteln wir nicht in Gehege mit einem Heureka Laufrad, da der Innendurchmesser zu klein ist
Sandbad
- ist wichtig für die Fellpflege
- ausschließlich mit Chinchillasand befüllen - KEIN Vogelsand, Spielzeugsand, usw. da sie ungeeignete Zusätze und zu grobe, scharfkantige Steinchen enthalten
- Zwerghamster brauchen tonhaltigen Chinchillasand, damit das Fell entfettet wird - beim Einkauf daher darauf achten, dass es sich nicht um Quarzsand handelt
- das Sandbad muss ausreichend groß sein - für Zwerghamster mind. 20x20cm und 5cm tief, Roborowskis brauchen als Wüsten-/Steppenbewohner mind. 1/3 des Geheges mit Sandfläche, für Goldhamster mind. 25x25cm und 10cm tief
- zur Reinigung mit einem kleinen Küchensieb durchsieben
Etagen
- Etagen dürfen in keinem Gehege fehlen - schwere Gegenstände müssen vor dem Absinken geschützt werden, um den buddelnden Hamster nicht zu erdrücken
- Etagen kann man leicht selber bauen oder online kaufen
- oft legen Hamster unterirdische Nester direkt unter Etagen an
- dienen auch als Rückzugsmöglichkeit oder als "Rennbahn"
- Etagen dürfen NICHT aus Nadelholz bestehen, die Stelzen dürfen NICHT genagelt oder geschraubt werden, stattdessen können sie mit lösungsmittelfreiem Holzleim befestigt werden
Verstecke
- ein Hamster fühlt sich erst sicher, wenn er sich jederzeit zurückziehen und mehrere Verstecke nutzen kann (natürlicher Instinkt zum Schutz vor Fressfeinden)
- Verstecke gibt es in vielen verschiedenen Farben, Formen und Materialien
- auf Durchgangsgröße achten: Zwerghamster mind 6cm, Goldhamster mind 7cm
- schwere Verstecke wie z.B. Keramikverstecke sollten auf Stelzen oder abgestützt werden - leichte Verstecke wie z.B. Dübelverstecke können auf der Einstreu stehen
- Verstecke aus Nadelholz, Plastik, Gräsern oder geflochtene Tunnel sind NICHT geeignet
Leitern/ Brücken
- mit Brücken oder Leitern können Hamster Erhöhungen leichter erreichen - Achtung: maximale Fallhöhe immer beachten - bei Zwerghamster max. 5cm, bei Goldhamstern max. 10cm
- Leitern und Brücken dürfen keine Sprossen/ Lücken aufweisen, sonder müssen eine geschlossene Fläche haben
- Weidenbrücken müssen mit einem Gemisch aus lösungsmittelfreiem Holzleim und Sand/ Moos verdichtet werden - viele Hamsterpfötchen haben sich schon in den kleinen Ritzen eingeklemmt, was zu schlimmen Verletzungen geführt hat
Näpfe/ Tränken
- für das Wasser sollte ein kleiner Trinknapf leicht erreichbar auf dem Mehrkammernhaus oder einer Ebene platziert werden. Auf passende Größe und Höhe achten, sie sollten angenehm aus dem Napf trinken können (wir empfehlen kleine Teelichthalter zu nutzen)
- Trinkflaschen sind ungeeignet, da man sie nicht gründlich genug reinigen kann - es sammeln sich Bakterien und Schimmelsporen sowie Nitrit (nierenschädigend) an. Zudem ist es für das Tier schwer, genügend Wasser raus zu bekommen
- ein Futternapf ist nur für das Frischfutter notwendig. Das Körnerfutter wird im Gehege verteilt, um dem natürlichen Instinkt der Futtersuche gerecht zu werden und für Beschäftigung zu sorgen
Buddelmaterialien
- zusätzlich zum Sandbad sollte mindestens eine weitere Buddelbox angeboten werden. Sie dient zur Abwechslung, wenn darin Futter versteckt ist, wird sie sehr gerne durchgewühlt, dient aber aus je nach Füllung auch zur Krallenpflege
- empfohlene Buddelsubstrate sind unter anderem: Maisspindelgranulat, Korkgranulat, Nussschalengranulat, Kokoserde, Terarrienerde, Dessert Bedding, gewaschener Blähton
- ungeeignet sind spitze Materialien wie Hanfstreu, Leinenstreu und Buchenhack
Weinreben/ Knabberhölzer
- Weinreben und Knabberhölzer machen optisch einiges her, werden aber auch gerne von den Hamstern angenagt
- geeignete Hölzer sind z.B. Äste von Obstbäumen (kein Steinobst), Haselnuss, Weide und Buche - besonders beliebt zum nagen sind Löwenzahnwurzeln (enthalten Inulin, das darmpflegende Eigenschaften hat)
Erlebnisfutter
- Erlebnisfutter dient der naturnahen Beschäftigung, da Hamster die Körnchen selbst abernten können
- zu Erlebnisfutter zählen z.B. Flachsähren, Hirse, Sonnenblumenköpfe, Weizenähren, Haferähren, Sorghum, uvm.
- Achtung: Zwerghamster dürfen aufgrund des erhöhten Risikos für eine Diabeteserkrankung nicht jede Sorte bekommen. Geeignet sind z.B. Flachsähren, Delicha, Pagima Green, Silberhirse
- Erlebnisfutter kann nachträglich immer wieder ergänzt und aufgefüllt werden - nicht jeder Hamster mag jede Sorte
Transportbox
- darf nie fehlen - muss für den Fall eines spontanen Tierarztbesuchs immer vorhanden sein
- nur ein Transport in extra dafür vorhergesehene Transportboxen ist sicher - Kartons und zweckentfremdete Boxen werden schnell durchgenagt, haben keine ausreichende Belüftung und im Falle eines Unfalls oä. bieten sie keinen sicheren Verschluss
- muss ausgestattet sein mit: leichtem Versteck, Einstreu, Nistmaterial, Futter und Gurke als Wasserersatz
- die Größe richtet sich nach der Hamsterart sollte aber lieber größer gewählt werden als zu klein
- weitere Informationen findest du hier
Hamstertaxi
- mit dem Hamstertaxi kann der Hamster sicher von A nach B gebracht werden (i.d.R. vom Gehege zum Auslauf)
- in durchsichtigen Gefäßen lassen sich die wöchentlichen Gesundheitschecks stressfrei durchführen und der Hamster rundum begutachtet werden, ohne ihn dabei direkt anfassen zu müssen - besonders für sehr ängstliche Hamster gut
- geeignet sind z.B. ein hohes Glas, Messbecher, Tasse, oä.